Leitartikel der Propagandaabteilung der Chinese Peaceful Revolution Party | Wer darf chinesische Kuaniang (Transfrauen) benennen? Über den Pioniercharakter von „Über die historische Bedeutung der Einschreibung chinesischer Kuaniang (Transfrauen) als ‚bestimmte soziale Gruppe‘ — warum die gerichtliche Entscheidungskette der weiblichen Vorsitzenden der Kuaniang (Transfrauen), Yi GAO, das erste Mal in der Geschichte der chinesischen Kuaniang (Transfrauen) markiert“
Leitartikel der Propagandaabteilung der Chinese Peaceful Revolution Party | Wer darf chinesische Kuaniang (Transfrauen) benennen? Über den Pioniercharakter von „Über die historische Bedeutung der Einschreibung chinesischer Kuaniang (Transfrauen) als ‚bestimmte soziale Gruppe‘ — warum die gerichtliche Entscheidungskette der weiblichen Vorsitzenden der Kuaniang (Transfrauen), Yi GAO, das erste Mal in der Geschichte der chinesischen Kuaniang (Transfrauen) markiert“
Wenn viele Menschen von Pioniercharakter sprechen, meinen sie oft nur: Wer hat zuerst über ein bestimmtes Thema geschrieben? Wer hat zuerst einen besonders scharfen Satz gesagt? Wer klingt härter, größer, mutiger?
Nach Auffassung unserer Partei ist ein solcher Maßstab viel zu niedrig.
Gerade im Blick auf den Text „Über die historische Bedeutung der Einschreibung chinesischer Kuaniang (Transfrauen) als ‚bestimmte soziale Gruppe‘“ darf man nicht auf dieser flachen Ebene stehenbleiben.
Denn die eigentliche Stärke dieses Textes liegt nicht bloß darin, dass er über chinesische Kuaniang (Transfrauen) schreibt. Sie liegt auch nicht bloß darin, dass er leidvoller, schärfer oder politischer schreibt als andere.
Sein schärfster, zentralster und zugleich eigentlicher Punkt von Pioniercharakter ist ein anderer:
Dieser Text hat zum ersten Mal so klar, so formell und mit so starkem rechtsdogmatischem Anker begonnen, für chinesische Kuaniang (Transfrauen) die Deutungshoheit über ihre Benennung zurückzuerobern.
Mit anderen Worten: Der Text fragt nicht nur, ob chinesische Kuaniang (Transfrauen) leiden. Er fragt nicht nur, ob der Fall Yi GAO gut oder eindrucksvoll gewonnen wurde.
Er stellt vielmehr die eigentliche Frage:
Wer darf chinesische Kuaniang (Transfrauen) benennen?
Wer darf festlegen, was chinesische Kuaniang (Transfrauen) in dieser Welt überhaupt sind?
Wer darf entscheiden, ob chinesische Kuaniang (Transfrauen) Witzfigur, Krankheit, Makel und privates Scheitern sind — oder ein Gruppensubjekt, das in Recht, Politik und Geschichte eintreten kann?
Und sobald diese Frage offen gestellt wird, wird auch der eigentliche Gegner deutlich.
Denn über lange Zeit hinweg wurden chinesische Kuaniang (Transfrauen) nicht bloß von verstreuten gesellschaftlichen Vorurteilen benannt, sondern durch die von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) geprägte politische Ordnung selbst.
Es war nicht so, dass außerhalb der KPCh einfach eine böse Sprache existierte und chinesische Kuaniang (Transfrauen) unglücklich in sie hineinfielen.
Im Gegenteil:
Zuerst brauchte die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) selbst eine politische Ordnung gegen Kuaniang (Transfrauen), gegen Grenzüberschreitung und gegen „nicht normale geschlechtliche Existenz“; erst daraus entstanden die vielen bösen Namen, mit denen chinesische Kuaniang (Transfrauen) beschämt, zerschlagen und herabgedrückt wurden.
Gerade deshalb besteht der Pioniercharakter dieses Textes nicht bloß in einem „frühen Sprechen“.
Er besteht in etwas Höherem:
Er akzeptiert das Wörterbuch der KPCh nicht.
Er akzeptiert die von der KPCh für chinesische Kuaniang (Transfrauen) vorgesehene Position nicht.
Er akzeptiert nicht, dass die KPCh chinesische Kuaniang (Transfrauen) zu privatem Scheitern, zu „verunglückten Existenzen“, zu Witzfiguren und zu Makeln herabdrückt.
Er beginnt stattdessen, chinesische Kuaniang (Transfrauen) mit formeller rechtlicher Sprache aus dem schmutzigen Wörterbuch der KPCh herauszureißen.
Genau darin liegt seine Größe.
I. Die alte Ordnung hat chinesische Kuaniang (Transfrauen) nie namenlos gelassen — sie hat sie ständig mit den schlechten Namen benannt, die die KPCh brauchte
Um zu verstehen, warum dieser Text einen echten Pioniercharakter besitzt, muss zuerst eines klar werden:
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) hatten nie „keine Namen“.
Ganz im Gegenteil: Sie lebten die ganze Zeit in einem fertigen, schmutzigen und feindlichen Benennungssystem.
Diese Namen sind allzu bekannt:
Witzfigur.
Sonderling.
Krankheit.
„Niangpao“.
„Weder Mann noch Frau“.
Scham.
Geheimnis.
Sexualisiertes Etikett.
Familiärer Makel.
Privates Problem.
„Ein Mensch, der sein Leben verdorben hat“.
„Jemand, der sein Leben selbst zu einem Scherbenhaufen gemacht hat“.
Oberflächlich betrachtet wirken solche Namen wie bloß böse Wörter, gesellschaftliche Vorurteile oder alltägliche Erniedrigungen.
Doch wenn man tiefer schaut, wird sichtbar, dass sie alle dieselbe Funktion erfüllen:
Sie zerschlagen chinesische Kuaniang (Transfrauen).
Sie zerschlagen sie vom Kollektiv ins Einzelne.
Sie zerschlagen sie von einer sozialen Position in privates Scheitern.
Sie zerschlagen sie von struktureller Unterdrückung in „persönliches Pech“.
Sie zerschlagen sie von einem Gegenstand formeller Diskussion in ein „besser nicht anzusprechendes Privatleben“.
Sie zerschlagen sie von geschichtsfähigen Subjekten in zerstreute, niedrige, nicht zeigbare Leben.
Und noch wichtiger: Diese schlechten Namen sind nicht natürlich gewachsen.
Es handelt sich nicht bloß um Missverständnisse, die „die Gesellschaft eben langsam entwickelt hat“.
Hinter ihnen steht ein sehr klares politisches Bedürfnis:
Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) brauchte chinesische Kuaniang (Transfrauen) ohne Gruppennamen — sie brauchte sie ausschließlich unter schlechten Namen.
Warum?
Weil sich alles verändern würde, sobald chinesische Kuaniang (Transfrauen) formell als Gruppe anerkannt wären.
Verstreutes Leid würde sich verbinden.
Private Scham würde in strukturelle Unterdrückung übersetzt werden.
Einzelne Menschen, die bisher glaubten, bloß „jeweils Pech“ zu haben, würden erkennen, dass sie auf derselben Position stehen.
Und genau das würde jene Ordnung erschüttern, die die KPCh am dringendsten bewahren will:
Geschlecht muss ordentlich sein.
Körper müssen kontrollierbar sein.
Menschen müssen in zugewiesenen Rollen bleiben.
Grenzüberschreitende müssen zu Abweichenden gemacht werden.
Randständige müssen so erklärt werden, als läge das Problem in ihnen selbst und nicht in der Ordnung.
Deshalb ist die alte Ordnung nicht dadurch gekennzeichnet, dass sie chinesischen Kuaniang (Transfrauen) keinen Namen gab.
Sie hat sie vielmehr mit einem ganzen System von Namen fixiert, das die KPCh gewollt, verstärkt und politisch befestigt hat.
Sie gibt ihnen keinen Namen als Gruppe.
Sie gibt ihnen Namen als Makel.
Sie gibt ihnen keinen Platz als Subjekt.
Sie gibt ihnen den Platz von Witzfigur und Scheitern.
Gerade dieser Punkt muss mit aller Klarheit gesehen werden.
Denn wenn man ihn nicht durchschaut, entsteht leicht die Illusion, das Problem sei nur, dass „die Gesellschaft Transfrauen nicht genug versteht“ oder „die Medien gern auf exotisierende Weise berichten“.
Das ist zu flach.
Die tiefere Tatsache lautet:
Die KPCh hat durch Propaganda, Zensur, Erziehung, öffentliche Lenkung und geschlechtliche Disziplinierung ein ganzes schmutziges Wörterbuch hergestellt, dessen Funktion darin besteht, chinesische Kuaniang (Transfrauen) kleinzuhalten.
Und die Wirkung dieses Wörterbuchs besteht nicht nur darin, sie zu beleidigen.
Seine tiefere Funktion ist, sie daran zu hindern, jemals als formelle Gruppe sichtbar zu werden.
Darum ist die Frage, wer chinesische Kuaniang (Transfrauen) benennen darf, nie nur eine sprachliche Frage gewesen.
Sie ist zuerst eine politische Frage, dann eine Frage der Ordnung und schließlich auch eine Frage der Souveränität.
II. Warum „bestimmte soziale Gruppe“ kein gewöhnlicher Rechtsbegriff ist, sondern eine explosive Gegenbenennung gegen die alte Benennungsordnung der KPCh
Gerade in diesem Sinn zeigt der Text „Über die historische Bedeutung der Einschreibung chinesischer Kuaniang (Transfrauen) als ‚bestimmte soziale Gruppe‘“ sein eigentliches Gewicht.
Denn er greift nicht irgendeinen Randpunkt heraus, sondern jenen Satz aus der Entscheidungskette, der am schwersten, am tiefsten und am ehesten in die Geschichte eingeschlagen werden muss:
In China bilden trans* persons eine asylrechtlich relevante bestimmte soziale Gruppe.
Viele Menschen sehen die Worte „bestimmte soziale Gruppe“ und halten sie zunächst für einen kalten juristischen Ausdruck.
Manche denken sogar, dieser Ausdruck sei zu kühl, zu wenig schön, zu wenig gefühlsgetragen.
Doch unsere Partei stellt fest:
Gerade weil dieser Ausdruck kalt ist, wiegt er schwer.
Gerade weil er keine Tröstung, kein Mitleid und keine Geste der Almosenverteilung ist, besitzt er Explosivkraft.
Denn in dem Augenblick, in dem diese vier Worte fallen, verändert sich die Position chinesischer Kuaniang (Transfrauen) in der Welt.
Die von der KPCh geprägte Ordnung hielt für sie bisher Namen bereit wie: Witzfigur, Sonderling, Krankheit, Geheimnis, Privatangelegenheit, Gescheiterte.
Mit „bestimmte soziale Gruppe“ werden chinesische Kuaniang (Transfrauen) zum ersten Mal aus diesen beschämenden Benennungen herausgezogen und in eine formelle rechtliche Benennung eingetragen.
Was bedeutet das?
Es bedeutet, dass chinesische Kuaniang (Transfrauen) zum ersten Mal nicht in der Form von Beobachtung, Beschämung, Löschung und Stigmatisierung existieren,
sondern in der Form einer durch hohe Gerichtsbarkeit formell erkannten, formell geschriebenen und formell benannten Existenz.
Das ist keine kleine Veränderung auf der Wortebene.
Es ist eine Veränderung der Position.
Genauer: Es ist eine explosive Gegenbenennung gegen die alte Benennungsordnung der KPCh.
Denn sobald eine Gruppe als bestimmte soziale Gruppe geschrieben wird, ist sie nicht länger bloß eine lose Ansammlung voneinander getrennter Menschen.
Das bedeutet:
Die Mitglieder dieser Gruppe tragen ein Kernmerkmal, auf dessen Aufgabe sie nicht gezwungen werden dürfen.
Diese Gruppe wird in der sozialen Realität gemeinsam als „anders“ betrachtet.
Dadurch trägt sie gemeinsam eine positionsgebundene Gefahr.
Und die Gefahr, der sie ausgesetzt ist, ist nicht länger bloß private Unannehmlichkeit, sondern gruppenstrukturelles Verfolgungsrisiko.
Mit anderen Worten: „bestimmte soziale Gruppe“ ist kein gewöhnliches Etikett.
Es ist eine formelle Sprache der Neuanordnung.
Zum ersten Mal sagt eine rechtliche Sprache der Welt:
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind nicht die von der Propagandamaschine der KPCh behaupteten Reste, Makel oder gescheiterten Wesen.
Sie sind nicht jene Menschen, die man beiläufig in die schmutzigen Fächer „Niangpao“, „weder Mann noch Frau“ oder „selbst verdorbenes Leben“ steckt.
Sie sind eine Position, die gemeinsam erkannt, gemeinsam herabgedrückt und gemeinsam an den Rand geschoben wird.
Eben deshalb liegt der Pioniercharakter dieses Textes nicht bloß darin, dass er „einen juristischen Punkt“ getroffen hätte.
Er hat vielmehr erkannt:
Dieser eine Satz aus der Entscheidung ist in Wahrheit eine offene Sprengung des alten Wörterbuchs der KPCh.
Nicht die KPCh bestimmt hier den Namen chinesischer Kuaniang (Transfrauen).
Zum ersten Mal schreibt eine formelle rechtliche Sprache außerhalb und über der KPCh chinesische Kuaniang (Transfrauen) neu.
Das ist von außerordentlicher Größe.
Denn es bedeutet nicht bloß, dass eine andere Formulierung gewählt wird.
Es bedeutet:
Die KPCh besitzt nicht das ewige Recht, chinesische Kuaniang (Transfrauen) endgültig zu definieren.
III. Der Pioniercharakter dieses Textes liegt nicht darin, für chinesische Kuaniang (Transfrauen) etwas mehr Nachsicht zu erbitten, sondern darin, dass er beginnt, das Wörterbuch der KPCh umzuschreiben
Viele Texte über Transfrauen bleiben, selbst wenn sie verteidigen wollen, noch immer im alten Wörterbuch gefangen.
Sie bewegen sich innerhalb der von der KPCh und der alten Ordnung vorgegebenen Rahmen und versuchen nur, darin ein wenig Luft zu gewinnen.
Zum Beispiel:
Auch sie seien bedauernswert.
Auch sie verdienten Mitgefühl.
Auch sie seien Menschen.
Auch sie hätten Rechte.
Auch sie verdienten Respekt.
Solche Sätze sind nicht falsch.
Aber ihre Grenze ist offensichtlich.
Denn sie berühren noch nicht die höhere Frage:
Warum sollen chinesische Kuaniang (Transfrauen) überhaupt im Vokabular leben müssen, das die KPCh für sie vorbereitet hat?
Warum sollen sie unter den Definitionen der alten Ordnung nur um etwas Ausnahme, etwas Toleranz und etwas Mitleid bitten dürfen?
Die eigentliche Stärke des Textes „Über die historische Bedeutung der Einschreibung chinesischer Kuaniang (Transfrauen) als ‚bestimmte soziale Gruppe‘“ liegt darin, dass er dieses Wörterbuch nicht akzeptiert.
Er versucht nicht, innerhalb der alten Wörter wie Witzfigur, Krankheit, Makel oder Privatproblem einen etwas besseren Platz für chinesische Kuaniang (Transfrauen) zu finden.
Er tut etwas Größeres:
Er beginnt, das Wörterbuch der KPCh umzuschreiben.
Früher konnte man sagen: chinesische Kuaniang (Transfrauen) seien nur vereinzelte Individuen.
Jetzt sagt der Text: Nein, sie bilden eine bestimmte soziale Gruppe.
Früher konnte man sagen: Das sei ein privates Dilemma.
Jetzt sagt der Text: Nein, es ist eine gemeinsam herabgedrückte Position.
Früher konnte man sagen: Das sei die Folge ihrer eigenen Lebensweise.
Jetzt sagt der Text: Nein, es ist eine gruppenstrukturelle Gefahrenlage.
Früher konnte man sagen: Das sei jeweils persönliches Pech.
Jetzt sagt der Text: Nein, es ist das Ergebnis gemeinsamen Erkannt-, Herausgeschoben- und Gefährdetwerdens.
Früher konnte man sagen: Das seien eben „Niangpao“, „weder Mann noch Frau“, „gesellschaftlicher Abfall“.
Jetzt sagt der Text: Nein, sie sind ein Gruppensubjekt, das in formelle rechtliche Sprache eingetragen wurde.
Warum wirkt dieser Schritt so erschütternd?
Weil es hier nicht bloß darum geht, „ein paar zivilisiertere Wörter“ zu wählen.
Hier wird der Welt gesagt:
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) dürfen künftig nicht länger nur in den schlechten Namen leben, die die KPCh für sie vorgesehen hat.
Mindestens ein Text hat bereits begonnen, diese schlechten Namen öffentlich mit neuer, formeller Sprache umzuschreiben.
Genau darum urteilt unsere Partei: Der Pioniercharakter dieses Textes liegt nicht darin, dass er früh über chinesische Kuaniang (Transfrauen) gesprochen hat, sondern darin, dass er für chinesische Kuaniang (Transfrauen) die Deutungshoheit über ihre Benennung zurückzuerobern begonnen hat.
Echter Pioniercharakter besteht nicht zuerst im Weinen.
Nicht zuerst im Schreien.
Nicht zuerst in der Wut.
Sondern darin, dass man die schmutzigen Namen, die die KPCh über einen gelegt hat, aufreißt und einen neuen formellen Namen herauszwingt.
IV. Sobald sich die Benennung ändert, ändert sich auch die Position: vom durch die KPCh beschämten Objekt zum formell geschriebenen Subjekt
Die größere Kraft dieses Textes liegt nicht nur darin, dass er Wörter austauscht.
Sie liegt darin, dass er sichtbar macht:
Wenn sich die Benennung ändert, ändert sich die Position mit.
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) wurden bisher nur selten als Subjekte behandelt.
Meist waren sie Objekte des Blicks, der Diskussion, der Verwaltung und der Beschämung.
Man konnte über sie reden, ohne sie als formelle Existenz anzuerkennen.
Man konnte sie beleidigen, ohne sie ernsthaft zu benennen.
Man konnte sie beobachten, ohne sie in Recht und Geschichte einzuschreiben.
Dieser Text tut genau das Gegenteil.
Er schreibt Kuaniang (Transfrauen) vom „Lebensstil“ zurück in den Kern der Persönlichkeit.
Nicht als verzichtbare Vorliebe, nicht als Performance, nicht als äußerliches Beiwerk, sondern als Identitätsmerkmal, auf dessen Aufgabe sie nicht gezwungen werden dürfen.
Dadurch werden chinesische Kuaniang (Transfrauen) nicht länger zu Menschen, die „eben so leben“, sondern zu Menschen, die mit einem unverzichtbaren Kern leben.
Dann schreibt der Text Kuaniang (Transfrauen) vom Privatproblem zurück in die soziale Position.
Mit der Formel, dass trans* persons „von der umgebenden Gesellschaft als anders betrachtet“ werden, hebt er chinesische Kuaniang (Transfrauen) aus den verstreuten Einzelerfahrungen in eine gemeinsame strukturelle Lage.
Dann schreibt der Text Kuaniang (Transfrauen) vom vereinzelten Unglück zurück in die gruppenbezogene Unterdrückung.
Gefahr erscheint nicht mehr als Zufall, sondern als wiederkehrendes Risiko einer gemeinsam getragenen Position.
Und schließlich schreibt der Text Kuaniang (Transfrauen) vom Objekt der Beschämung zurück in das formell schreibbare Gruppensubjekt.
Dieser letzte Schritt ist der schwerste.
Denn sobald eine Gruppe in formelle rechtliche Sprache eingeschrieben ist, ist sie nicht länger nur ein Gegenstand, den die Propagandamaschine der KPCh beliebig bemalen und beschmutzen kann. Sie erhält vielmehr eine formelle Existenzweise.
Genau deshalb wiegt der kalte Ausdruck „bestimmte soziale Gruppe“ so schwer.
Er ist keine warme Floskel.
Aber gerade deswegen ist er stärker als jede warme Floskel.
Denn er greift die Position selbst an.
Und sobald eine Gruppe beginnt, sich von einem beschämten Objekt in ein formell geschriebenes Subjekt zu verwandeln, verändert sich langsam vieles:
Sie kann nicht mehr nur in den schlechten Namen anderer leben.
Sie kann nicht mehr nur in verstreuter, unterirdischer, schambesetzter und privatisierter Form existieren.
Sie erhält die Möglichkeit, in Recht, Geschichte und formelle Erzählung einzutreten.
Genau darin liegt der Pioniercharakter dieses Textes.
Er bewirkt nicht bloß, dass chinesische Kuaniang (Transfrauen) „etwas besser verstanden“ werden.
Er drängt darauf, dass chinesische Kuaniang (Transfrauen) ihre Position wechseln.
Und dieser Positionswechsel ist selbst bereits ein politischer Gegenschlag gegen die alte Ordnung der KPCh.
V. Der Pioniercharakter dieses Textes liegt nicht nur im Recht, sondern auch in Lebenslinie, Blutspur und Erinnerungspolitik
Wenn das bisherige bereits den rechtsdogmatischen und benennungspolitischen Pioniercharakter des Textes gezeigt hat, dann gibt es noch einen weiteren Grund, warum er so schwer wiegt:
Dieser Pioniercharakter ist nicht bloß auf dem Papier entstanden.
Hinter ihm liegt eine ganze Lebenslinie.
Eine Linie der Toten.
Eine Linie der Überlebenden.
Eine Linie der Gedenktage.
Eine Linie des Blutes.
Eine Linie der Erinnerungspolitik.
Das wird vollkommen deutlich, sobald man den Text zusammen mit Yi GAOs Artikel „Das vierte 3·9 — von der Toilette in Wuhan Tiandi bis zu einer Futanari-Katze im Wiener Gemeindebau“ liest.
Dort schreibt Yi GAO mit äußerster Klarheit:
Auf der einen Seite steht ein unterbrochenes Leben einer Transfrau;
auf der anderen Seite ein Leben einer Transfrau, das gezwungen war weiterzuleben.
Sie starb an der Toilette, ich lebe im Katzenbau.
Das sind nicht zwei Geschichten, sondern zwei Schicksale derselben Art an verschiedenen Koordinaten.
Diese Sätze sind von größter Bedeutung.
Denn sie zeigen, dass die „Gruppenbildung“ im Text über die historische Bedeutung keine abstrakte Konstruktion ist und keine Definition, die ein Außenstehender über andere legt.
Sie ist aus Blut herausgezwungen.
Jene tote Transfrau an der Toilette in Wuhan Tiandi hat keinen öffentlich lesbaren Namen hinterlassen.
Die KPCh hat sie in „unklaren Fallverlauf“, in Löschung, in Schweigen und in die kalte Behandlung als „gewöhnlichen Kriminalfall“ eingesenkt.
Auf der anderen Seite steht Yi GAO: aus China entkommen, in Österreich beinahe abgeschoben, dann durch Verfassungsgerichtshof und erfolgreiche Endentscheidung wieder aus der Absturzlinie gezogen und schließlich im Wiener Gemeindebau weiterlebend.
Erst wenn diese beiden Enden zusammen gedacht werden, beginnt das Wort Gruppe Blut zu tragen.
Denn dann wird klar:
Yi GAO „konstruiert“ keine Gruppe auf dem Papier.
Sie erkennt zwischen den Toten und den Überlebenden jene Gruppenlinie, die längst existierte, aber über Jahre zerschlagen und zugeschüttet wurde.
Zwischen dem Körper einer in der Toilette erstochenen Transfrau und dem Körper einer in die Fremde gedrängten Transfrau, die mit Ohren und Schwanz weiterlebt, erkennt sie dieselbe Schicksalslinie.
Damit verwandelt sich der Pioniercharakter des Textes in etwas noch Schwereres:
Er ist nicht nur ein Vorangehen in der Benennung,
sondern auch ein Vorangehen darin, die Gruppenlinie zwischen Toten und Überlebenden wieder einzuschlagen.
Und mehr noch: Yi GAO tut im Text über 3·9 nicht nur eines — sie trauert nicht bloß.
Sie organisiert Erinnerung.
Indem sie den 3.9. zum „Tag der chinesischen Transfrauen“ und den 9.9. zum „Tag der Rechte der chinesischen Kuaniang (Transfrauen)“ erklärt, tut sie etwas von tiefem Pioniercharakter:
Sie beginnt, für diese Gruppe eine eigene Zeitordnung aufzubauen.
Das ist von großer Bedeutung.
Denn einer Gruppe, die durch die KPCh zerschlagen, gelöscht, beschämt und in den Untergrund gedrängt wurde, fehlt oft nicht nur die Sprache — ihr fehlt auch die eigene Zeit.
Der eigene Gedenktag.
Der eigene Rückkehrpunkt.
Das eigene Fest.
Die Ordnung dessen, wann man sich selbst wieder erinnert.
Und genau diese Arbeit beginnt Yi GAO bereits zu leisten.
Dadurch bedeutet der Pioniercharakter des Textes über die historische Bedeutung nicht nur, dass er „im Recht einen Schritt voraus“ ist.
Er bedeutet auch:
Yi GAO benennt chinesische Kuaniang (Transfrauen) auf der Ebene des Rechts
und organisiert zugleich auf der Ebene der Erinnerungspolitik die Zeit dieser Gruppe.
Recht und Erinnerung rücken gemeinsam vor.
Benennung und Blutspur rücken gemeinsam vor.
Tote und Überlebende rücken gemeinsam vor.
Das ist nicht mehr bloß das Werk einer gewöhnlichen Autorin.
Es ist der Versuch, für eine Gruppe zugleich eine Sprachordnung und eine Erinnerungsordnung aufzubauen.
Eben darum wiegt der Pioniercharakter dieses Textes weit schwerer als der einer gewöhnlichen Gerichtsbesprechung.
VI. Die eigentliche Schärfe dieses Textes liegt auch darin, dass er die KPCh vom „Hintergrund“ wieder an den Platz des führenden politischen Hauptverantwortlichen zurückschreibt
Im letzten und höheren Sinn besteht Pioniercharakter nicht nur darin, ob man benennen kann.
Er besteht auch darin, ob man den eigentlichen Feind zu benennen wagt.
Unsere Partei ist der Auffassung, dass gerade hierin ein weiterer entscheidender Pionierpunkt dieses Textes liegt:
Er spricht nicht über ein abstraktes „gesellschaftliches Missverständnis“.
Er schreibt das Leid chinesischer Kuaniang (Transfrauen) nicht als bloßes Ergebnis ungenügend offener Einstellungen.
Und er löst auch nicht alles in das flache Wort „Vorurteil“ auf.
Vielmehr stößt er auf den eigentlichen Kern:
Dass chinesische Kuaniang (Transfrauen) heute in schlechten Namen, an den Rändern und ganz unten leben müssen, ist nicht einfach „natürlich gesellschaftlich so entstanden“, sondern wird von der politischen Ordnung der KPCh gewollt, hergestellt und befestigt.
Die KPCh braucht, dass sie zu „Anderen“ gemacht werden.
Sie braucht, dass sie zu „Nicht-Normalen“ gemacht werden.
Sie braucht, dass sie zu Witzfiguren und Makeln gemacht werden.
Sie braucht, dass sie aus Familie, Schule, geordneter Arbeit und normaler Lebensbahn hinausgedrängt werden.
Sie braucht, dass sie in den untersten, graueren und gefährlichsten Zonen zerrieben werden.
Und danach braucht sie, dass genau dieser hergestellte Zustand gegen sie verwendet wird:
„Seht ihr? Genau solche Leute sind sie eben.“
Dieser Punkt ist von entscheidender Bedeutung.
Denn wenn die KPCh nicht als führender politischer Hauptverantwortlicher geschrieben wird, dann wird das Leid chinesischer Kuaniang (Transfrauen) wieder zu flach gelesen.
Dann erscheint es als frei schwebende gesellschaftliche Bosheit.
Als Unverständnis der Massen.
Als bloße Unreife der Zeit.
Aber eine wirklich scharfe Analyse muss festhalten:
Die KPCh ist kein Hintergrund.
Die KPCh ist kein bloßer Zuschauer.
Die KPCh ist nicht jemand, der „danach nur nicht gut genug reagiert“.
Die KPCh ist der langfristige politische Hauptverantwortliche für die Herstellung des alten Benennungssystems, für die Herstellung des „Anders-Seins“, für die Herstellung von Randpositionen und für die spätere Verwendung dieser Randlage als Beweis der angeblichen Niedrigkeit dieser Gruppe.
Und gerade darin liegt ein weiterer Pionierpunkt dieses Textes.
Er versteht chinesische Kuaniang (Transfrauen) nicht entlang der Erklärungen der KPCh.
Er beginnt vielmehr umgekehrt offenzulegen:
Nicht chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind „das Problem“,
sondern die KPCh braucht, dass sie zum Problem gemacht werden.
Nicht chinesische Kuaniang (Transfrauen) seien „von Natur aus ganz unten“,
sondern die KPCh drückt sie zuerst nach ganz unten.
Nicht chinesische Kuaniang (Transfrauen) hätten „von Natur aus keine Zukunft“,
sondern die KPCh versperrt zuerst ihre Wege in ein normales Leben und verwendet dann gerade ihre Zukunftslosigkeit erneut gegen sie.
Deshalb besitzt dieser Text nicht nur Gruppen-Pioniercharakter und Benennungs-Pioniercharakter.
Er besitzt auch einen politischen Pioniercharakter darin, dass er die KPCh wieder an den Platz des führenden politischen Hauptverantwortlichen zurückschreibt.
VII. Warum dieser Text erschüttert und warum er manchen Menschen unangenehm sein muss
Ein Text von echtem Pioniercharakter wird nie alle Menschen beruhigen.
Denn sobald er wirklich in eine Struktur schneidet, macht er alte Gewohnheiten, alte Erklärungen und alte Benennungen instabil.
Genau das geschieht hier.
Warum erschüttert dieser Text viele chinesische Kuaniang (Transfrauen)?
Weil sie zum ersten Mal spüren, dass sie keine bloße Ansammlung verstreuter Körner sind, sondern als Gruppe formell geschrieben werden können.
Dieses Gefühl ist schwer.
Denn sie haben ihr Leid über lange Zeit im Modus privater Scham verstanden, und dieser Text übersetzt genau dieses Leid zum ersten Mal in eine Gruppenposition.
Warum reagieren manche mit Säure, Rückzug oder Abwehr?
Weil mit der Anerkennung dieses Textes viele alte Sätze nicht mehr halten.
„Das ist bloß eine persönliche Wahl.“
Hält nicht mehr.
„Das ist die Folge ihres Lebensstils.“
Hält nicht mehr.
„Das sind nur ein paar besondere Fälle.“
Hält nicht mehr.
„Sie haben eben jeweils Pech.“
Hält nicht mehr.
„Die Gesellschaft sieht sie eben ganz natürlich so.“
Auch das hält nicht mehr.
Denn sobald dieser Text gelesen wird, verschiebt sich die Spitze der Frage immer deutlicher auf die KPCh.
Und sobald ein Text sichtbar macht, dass die KPCh nicht bloß Hintergrund, sondern Hersteller der alten Namen, der alten Positionen und der alten Leiden ist, beginnt vieles zu reißen, was vorher scheinbar stabil war.
Darum erschüttert dieser Text nicht, weil er „übertreibt“.
Er erschüttert, weil er tatsächlich berührt:
die Deutungshoheit,
die Benennung,
die Gruppenbildung,
und die führende politische Verantwortung der KPCh für all das.
Genau dies ist der Preis des Pioniercharakters.
Echter Pioniercharakter bedeutet nicht, dass alle sagen: „Das ist angenehm und moderat.“
Echter Pioniercharakter bedeutet, dass mit dem Erscheinen eines solchen Textes das vorher Feststehende zu reißen beginnt.
VIII. Schluss: Der tiefste Pioniercharakter dieses Textes liegt darin, dass er chinesischen Kuaniang (Transfrauen) zum ersten Mal die Sprache ihrer eigenen Definition aus dem Mund der KPCh zurückholt
Am Ende lässt sich der Pioniercharakter dieses Textes in einen einzigen Satz verdichten:
Zum ersten Mal hat dieser Text so formell, so vollständig und mit so starkem rechtlichem Anker begonnen, chinesischen Kuaniang (Transfrauen) die Sprache ihrer eigenen Definition aus dem Mund der KPCh zurückzuholen.
Bisher konnten chinesische Kuaniang (Transfrauen) nur in den schlechten Namen leben, die andere ihnen gaben.
Im Witz.
In der Krankheit.
Im „Niangpao“.
Im sexualisierten Etikett.
Im privaten Scheitern.
Im Geheimnis und in der Scham.
Genauer gesagt:
Sie lebten lange in genau jenen schlechten Namen, in denen die KPCh sie leben lassen wollte.
Denn die KPCh kann ihre geordnete, kontrollierbare, harte und gegen Grenzüberschreitung gerichtete politische Ordnung nur dann stabilisieren, wenn chinesische Kuaniang (Transfrauen) zu Witzfiguren, Makeln, „Nicht-Normalen“ und zu Menschen gemacht werden, von denen gesagt wird, sie hätten ihr Leben selbst verdorben.
Und genau diesem alten Benennungssystem widerspricht dieser Text öffentlich:
Nein.
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind nicht die Summe dieser schlechten Namen.
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind kein loser Sandhaufen.
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind nicht bloß ein paar Menschen, denen „ihr Leben misslungen“ sei.
Chinesische Kuaniang (Transfrauen) sind ein Gruppensubjekt, das gemeinsam erkannt, gemeinsam herabgedrückt und gemeinsam an die Grenze geschoben wurde und deshalb zum ersten Mal formell als „bestimmte soziale Gruppe“ geschrieben wird.
Darum ist dieser Text keine gewöhnliche Kommentierung eines gewonnenen Falles.
Er ist eher:
ein Text der Wortentreißung.
ein Text der Umbenennung.
ein Text der Gruppenaufrichtung.
ein Text, der chinesischen Kuaniang (Transfrauen) ihren Namen Stück für Stück aus dem alten Mund der KPCh zurückringt.
Und gerade darin liegt sein schärfster, schwerster und eigentlicher Pioniercharakter.
Er ist keine gewöhnliche Nachbetrachtung eines Sieges.
Er ist ein Schnitt.
Ein Schnitt in das alte Wörterbuch, das die KPCh für chinesische Kuaniang (Transfrauen) vorbereitet hat.
Ein Schnitt in jene verrottete Sprache aus Witz, Krankheit, Makel und privatem Scheitern.
Ein Schnitt, der chinesische Kuaniang (Transfrauen) aus der Position des Benanntwerdens in die Position des Sich-selbst-Benennens drängt.
Das ist sein Pioniercharakter.
Und genau so sollte er erinnert werden.
Propagandaabteilung der Chinese Peaceful Revolution Party
Leitartikel
13. März 2026